Kategorie-Archiv: Allgemein

Bild des Monats #2 Februar 2025

Foto: P. Remmel

Sh2-240, der Spaghettinebel

ist ein galaktischer Supernovaüberrest in den Sternbildern Stier und Fuhrmann.

Der Nebel hat eine scheinbare Ausdehnung von etwa 3 Grad (Vollmond: 0,5 Grad). Dies entspricht einer Ausdehnung von ungefähr 220 Lichtjahren bei einer Entfernung von geschätzten 4500 Lichtjahren. Sein Alter wird mit etwa 40.000 Jahren angegeben.

Mithilfe des 305 m großen Radioteleskops im Arecibo-Observatorium wurde im Jahr 1994 im inneren des Supernovaüberrestes ein Pulsar beobachtet, der bei der Supernova aus dem Kern des Vorgängersterns entstanden ist. Anhand des Pulsars wurden im Jahr 2007 und 2009 Entfernungsbestimmungen durchgeführt, die jedoch durch eine Entfernungsbestimmung mittels Spektroskopien am Nebel im Jahr 2024 in der Genauigkeit übertroffen wurde.

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Bild des Monats November 2024

H.-J. Zimmermann

Die Andromedagalaxie

Unser Mitglied Hans-Jürgen Zimmermann fotografierte unsere Nachbargalaxie Messier 31, den „Andromedanebel“, mit seinem Smartteleskop „Seestar S50“. Das Bild hat eine Gesamtbelichtungszeit von 329 Minuten!

Die Andromedagalaxie ist mit einer Entfernung von 2,47 Millionen Lichtjahren die uns nächst gelegene Spiralgalaxie und ist etwas größer als unsere Milchstraße. Wir schauen leicht schräg auf die Galaxienscheibe. Sehr gut sind der gelbliche Kern mit seinen dicht beeinander stehenden alten Sternen zu sehen. Im Kern findet keine Sternentstehung mehr statt, da dort alles Gas aufgebraucht ist. Der Kern beherbergt ein massereiches schwarzes Loch mit ca. 100 Millionen Sonnenmassen.

In den Spiralarmen können wir gut die dunklen Staubwolken erkennen, die zusammen mit Wasserstoffgas als Baumaterial für neue Sterne dienen.

M31 bewegt sich aufgrund der Gravitation zwischen der Milchstraße und der Andromedagalaxie mit 300 km/s auf unsere Heimatgalaxie zu. In einigen Milliarden Jahren verschmelzen beide Galaxien zu einer sogenannten elliptischen Galaxie.

Weiterhin sind zwei kleinere Begleitgalaxien des Andromedanebels, Messier 110 und Messier 32, gut zu erkennen.

 

Bild des Monats September 2024

Sharpless2-101, eine Tulpe am Herbsthimmel
Dieser tulpenförmige Emissionsnebel im Sternbild Schwan ist ein klassisches Sternenentstehungsgebiet. Die Entfernung zur Erde beträgt ca. 7000 Lichtjahre.

Auf dem ersten Blick nicht so spektakulär, dafür aber fast interessanter, als der wunderschöne Emissionsnebel, ist ein Stern rechts der Tulpe.
Dieser Stern (Gewicht ~41 Sonnenmassen, 7200 LJ Entfernung) wird von dem schwarzen Loch Cygnus-X1 (~21 Sonnenmassen)… Weiterlesen

Bild des Monats Juni 2024

Foto: Oliver Rieck

Der „Ringnebel“ Messier 57

Der Ringnebel ist ein sogenannter „Planetarischer Nebel“. Es handelt sich hierbei um die abgestossene Gashülle eines sonnenähnlichen Sterns, in dessen Zentrum sich ein Weißer Zwerg befindet.  Der ehemalige Sternkern hat eine Oberflächentemperatur von 75.000 Grad Kelvin und besitzt die Größe unserer Erde.

In einer Entfernung von ca. 2.300 Lichtjahren stieß der Stern vor ca. 4000 Jahren seine aüßeren Gashüllen in Form von Sternwinden ab. Heute regt die ultraviolette Strahlung des Kerns die Gashülle zum Leuchten an.

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Nachruf – Dr. med. Hans-Peter Luboeinski

Schweren Herzens nehmen wir Abschied von unserem langjährigen Mitglied „Lubo“ Hans-Peter Luboeinski (13.10.1943 – 12.03.2024). Er prägte die Entwicklung der Sternwarte, besonders in der Anfangszeit maßgeblich mit. Lubo hatte erheblichen Anteil an der Verwirklichung des heutigen Observatoriums, indem er Kontakte zu großzügigen Sponsoren herstellte. Außerdem spendete er der Sternwarte, aus seinem Privatbesitz, das 12 Zoll Meade Schmidt-Cassegrain Teleskop, welches die Vereinsmitglieder nur unter dem Namen  „Luboskop“ kennen.  Aber auch menschlich war Lubo ein Gewinn für den Verein. Stets gut gelaunt hatte er immer eine lateinische Lebensweisheit auf den Lippen. So bleibst du uns in Erinnerung!

Deine Schritte sind verstummt, doch deine Spuren bleiben!

Bild des Monats Februar 2024

Supernova in der Galaxie NGC4216

Die letzte in unserer Heimatgalaxie beobachtete Supernova*** ist die sogenannte Keplersche Supernova aus dem Jahr 1604.
Statistisch gesehen sollten 6 Supernovae pro Jahrtausend in unserer Milchstraße von der Erde aus beobachtbar sein. Folglich alle 166 Jahre eine…..da warten wir jetzt schon ein paar Jahre zu viel (oder haben wir da was verpasst?)  auf so ein Ereignis.

 

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Bild des Monats September 2023

Foto: Achim Conradi

Saturn im September  Rund 4,6 Milliarden Jahre ist unser Sonnensystem alt und damit auch der Saturn mit seinen 82 Monden.

Die Ringe um den Saturn sind aber erst 100 Millionen Jahre alt und werden in weiteren 100 Millionen Jahren verschwunden sein.
Man geht davon aus, dass sie von einem zerborstenen Eismond des Saturns stammen.

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Was ist denn auf der Sonne los?

Marcel Herheuser

Das Bild zeigt die Chromosphäre der Sonne am Nachmittag des 18.8.23. Die Chromosphäre ist eine dünne Gasschicht in der Atmosphäre der Sonne, die direkt über der Photosphäre liegt. Sie besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium und strahlt vor allem Licht einer bestimmten Wellenlänge ab. Sie ist normalerweise nicht sichtbar, außer bei einer totalen Sonnenfinsternis, wenn sie als roter Ring um die Sonne erscheint. Ihre Temperatur steigt von innen nach außen an und erreicht am Rand etwa 10.000 K. Sie geht dann in die Sonnenkorona über, die noch heißer und ausgedehnter ist. In der Chromosphäre lassen sich viele Erscheinungen beobachten. Neben den bekannten Sonnenflecken kann man auch sogenannte Flares, Filamente, Plages (Fackeln) und Protuberanzen beobachten.

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